Green Steel Blog

Ausbau einer nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur

Das Pilotprojekt TH2Eco will 80.000 Haushalte und drei Industrie-Giganten mit grüner Energie versorgen. Stahlwerk Thüringen könnte einer der Abnehmer sein.

Grünem Wasserstoff kommt eine bedeutsame Rolle für die Energiewende zu. Er wird zwingend für die Dekarbonisierung der Industrie benötigt. Denn überall dort, wo es keine direkten elektrischen Alternativen gibt ist er unverzichtbar, insbesondere für die Schwerindustrie und für die Produktion von grünem Stahl.

In Sachen Wasserstoff ist Thüringen Vorreiter. Ein Pilotprojekt will 80.000 Haushalte in Erfurt, das Güterverkehrszentrum GVZ, die Gewerbegebiete Erfurter Kreuz und Kölleda mit grüner Energie versorgen. Perspektivisch wäre auch eine Versorgung unseres Stahlwerks nahe Saalfeld mit TH2ECO-Wasserstoff denkbar. Die Voraussetzung dafür bildet der Anschluss des Stahlwerks an das Wasserstoffnetz. An diesem wird im Rahmen der 2023 unterschriebenen Absichtserklärung zwischen Stahlwerk Thüringen und Ferngas parallel gearbeitet.

Zurück zu TH2ECO: Angelpunkt des Projektes ist Kirchheilingen und ein riesiger unterirdischer Gasspeicher: in dem unterirdischen natürlichen Speicher können in bis zu 1.000 Metern unter der Oberfläche 20 Millionen Kubikmeter Gas gespeichert werden. Seit 1987 wird diese abgeförderte Lagerstätte als Gasspeicher verwendet. Vor der Wende mit Stadtgas, das schon einen hohen Wasserstoffanteil hatte, nach der Wende dann mit Erdgas. Der Speicher und die dazugehörigen Anlagen werden regelmäßig auf Dichtigkeit geprüft.

Leitungsverläufe und Anlagenstandorte (Abbildung: www.TH2Eco.de)

Ursprünglich plante Ferngas, lediglich rund 42 Kilometer Leitungen zu ertüchtigen. Diese sind bereits fertig und sollen nun auf 250 Kilometer ausgeweitet werden. Der Anschluss an das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz ist bis spätestens 2030 geplant.

Die Infrastruktur für Wasserstoff ist in Thüringen fortschrittlich. Jetzt ist die Politik gefragt. Denn was derzeit noch fehlt, ist grüner Wasserstoff in ausreichenden Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Stahl, der nachhaltige Energie trägt.